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Käfergrüner Lack
Foto: Beushausen

Käfergrüner Lack

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: _Redaktion _RDN

Wer bei Hühnern zuerst an braunes Landhuhn, weißes Legehuhn oder vielleicht an den Hahn auf dem Misthaufen denkt, hat die Australorps noch nicht kennengelernt.

Die Tiere von Christof Kerkhoff tragen etwas, das man bei Geflügel nicht unbedingt erwartet. Ihr Gefieder schimmert im Licht käfergrün. Kerkhoff beschäftigt sich seit rund 40 Jahren mit der Rasse und ist längst weit mehr als ein Hühnerhalter. Er ist Sonderrichter für Australorps und damit auf die Bewertung genau dieser Rasse spezialisiert. Rund 50 Tiere leben bei ihm, darunter Jungtiere und ausgewachsene Hühner. Die älteren Tiere sind vor allem für die Zucht da. „Jedes Ei, jedes Küken und jede Verpaarung wird sorgfältig dokumentiert. Denn wer gezielt züchten möchte, braucht nicht nur ein gutes Auge, sondern auch ein gutes Gedächtnis und ziemlich viel Buchführung“, sagt der Dattelner mit einem Lachen.

Die Geschichte der Australorps beginnt ausgerechnet auf der anderen Seite der Welt. In Australien wurden die Tiere aus einheimischen und englischen Hühnerrassen gezüchtet. Nach Deutschland kam die Rasse 1952, nicht lange danach fanden sich begeisterte Züchter zusammen. Ein eigener Sonderverein wurde gegründet, der sich bis heute ausschließlich dieser besonderen Rasse widmet. Der Sonderverein der Australorps- und Zwerg- Australorps-Züchter Deutschland wird im kommenden Jahr 75 Jahre alt. Kerkhoff kam durch seinen Vater zur Rasse. „Mein Vater hat schon Hühner gezüchtet und hatte Gefallen an den Australorps gefunden.“ Aus dem Familienhobby wurde eine eigene Leidenschaft.

Wer sich die Tiere genauer anschaut, versteht schnell, warum sie ihren eigenen Sonderverein haben. Besonders ist nämlich die Kombination aus tiefschwarzer Grundfarbe und dem grünlichen Lack im Gefieder, das regelrecht schimmert. Und auch charakterlich haben die Australorps einiges zu bieten. „Die sind nicht doof“, sagt Kerkhoff lachend. „Die Tiere erkennen ihren Pfleger und wissen ziemlich genau, wer da gerade in den Stall kommt. Fremden gegenüber zeigen sie sich dagegen eher zurückhaltend.“ Namen bekommen seine Hühner trotzdem nicht. Bei rund 50 Tieren wäre das vermutlich auch irgendwann schwierig.

Moderne Zwergkämpfer
Neben den Zwerg-Australorps hält Kerkhoff auch sogenannte Moderne Englische Zwergkämpfer. Der Name klingt allerdings weitaus gefährlicher, als die Rasse ist. Auch diese Hühner sehen ziemlich beeindruckend aus. Mit ihrer aufrechten Haltung, dem langen Hals, den unglaublich langen Beinen und dem markanten Körperbau erinnern sie tatsächlich ein wenig an kleine Dinosaurier. „Sie sehen aus wie kleine Raptoren“, sagt Kerkhoff scherzhaft. Nur dass diese kleinen Urzeitvögel heute friedlich durch den Hühnerstall stolzieren und eine Zierde für jeden Garten sind.

Hühner sind für den Dattelner Züchter pure Entspannung. „Die Pflege ist ein großartiger Ausgleich zum stressigen Alltag. Die Tiere geben
einem so viel zurück.“ Entscheidend sei aber vor allem, dass sie artgerecht gehalten werden. Tierschutz stehe bei den organisierten Züchtern an erster Stelle. Bei aller Leidenschaft bleibt schließlich noch genügend Zeit, sich um das
Wesentliche zu kümmern.

Wer die Zwerg-Australorps selbst sehen möchte, hat dazu im November Gelegenheit. Bei der Kreisverbandsausstellung des KV-Emscher- Lippe in Waltrop auf dem Hof Wullhorst, Tinkhofstraße 184 Waltrop am 21. und 22. November zeigen die Züchter aus dem gesamten Kreis­gebiet ihre Tiere in verschiedensten Rassen.

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