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Neue Perspektiven
Foto: Marco Stepniak

Neue Perspektiven

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Jennifer von Glahn

Der 19-jährige Dominik Plum startet mithilfe der Diakonie ins Arbeitsleben.

Der Geruch von frischem Holz liegt in der Luft, ein leises Surren erfüllt die Werkstatt. Dominik Plum greift konzentriert nach dem nächsten Werkstück, prüft die Oberfläche mit geübtem Blick. Von 8 bis 15 Uhr ist sein Arbeitsplatz die Holzabteilung im WissensWerk des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Recklinghausen. Hier schleift, lackiert und bearbeitet er, was aus Holz entstehen soll.

Dominik ist 19 und seit einigen Monaten im Arbeitsleben. „Ich musste mich erst eingewöhnen“, erzählt er. Doch das habe schnell funktioniert. Nach seiner Zeit an der Christy-Brown-Schule in Herten war der Start in den neuen Alltag ein großer Schritt. Der Tag beginnt früh. Sein Vater weckt ihn morgens. „Ich habe damit kein Problem, ich stehe sofort auf“, sagt Dominik. Dann zieht er sich „gemütlich“ an, kurz darauf klingelt es: Der Fahrdienst holt ihn direkt an der Haustür in Datteln ab und bringt ihn nach Recklinghausen. Zurück fährt er ebenfalls organisiert. Ein klarer Rhythmus, feste Zeiten und Struktur, die Sicherheit gibt.

Freude und Freunde

Dass er gerne arbeitet, sagt Dominik ohne Zögern. „Ich gehe sehr, sehr gerne arbeiten. Weilich hier ziemlich viele Freunde habe. Und weil es mir Spaß macht.“ Es ist dieser Satz, der viel über ihn erzählt. Arbeit ist für ihn nicht nur Aufgabe, sondern auch Gemeinschaft. Im WissensWerk wird nicht nur gearbeitet, sondern auch geredet, gelacht, gelernt.

Geboren in Bottrop, kam Dominik mit drei Jahren zu seinen Pflegeeltern nach Datteln. Seitdem ist die Stadt sein Zuhause. „Da kenne ich mich aus“, sagt er. Auch wenn es „ein paar Ecken“ gibt, die er noch nicht entdeckt hat. Seine Freizeit verbringt er eher ruhig. „Man soll ja immer die Wahrheit sagen“, meint er schmunzelnd. „Wenn ich nach der Arbeit zu Hause bin, mache ich meistens den Fernseher an. Aber ich gucke keinen „Blödsinn“. Dominik schaut Dokumentationen über Tiere und Natur und über Geschichte.

Seine Begeisterung für Tiere konnte er vor Kurzem ganz praktisch ausleben. Seine Eltern schenkten ihm einen Gutschein für einen besonderen Tag in der ZOOM Erlebniswelt in Gelsenkirchen als Tierpfleger hinter den Kulissen. „Wir waren früh morgens da, die Ersten“, erzählt er. In der Alaska-Welt durfte er das Gehege der Braunbären sauber machen, Seehunde beobachten und sogar selbst füttern.

Zukunftspläne

Im WissensWerk liegen die nächsten Schritte schon vor ihm. Noch zwei Jahre wird Dominik hier begleitet. In dieser Zeit wird gemeinsam geschaut, wo seine Stärken liegen und wie er sie weiter ausbauen kann. Im WissensWerk werden Fähigkeiten entdeckt und gefördert. Junge Menschen wie Dominik bekommen Zeit, sich auszuprobieren und Perspektiven, die über den Werkstattraum hinausreichen. Praktika in anderen Betrieben der Diakonie sind geplant, in den Tischlereien in Dorsten oder Marl, vielleicht sogar in einem Unternehmen in Datteln. „Ich würde gerne ein Praktikum in Datteln machen“, sagt er. Dominik weiß, was er kann. Der 19-Jährige geht seinen Weg Schritt für Schritt. Mit Unterstützung der Diakonie, mit Freunden an seiner Seite und mit dem Wunsch, etwas zu schaffen. Zwischen Holzspänen und Zukunftsplänen entsteht so eine Perspektive.

Info Diakonisches Werk im Kirchenkreis Recklinghausen
Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen

Elper Weg 89
45657 Recklinghausen

www.diakonie-kreis-re.de

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